Pflanzen in Töpfen oder Kübeln müssen hin und wieder umgetopft werden.
Spätestens bei dieser Gelegenheit stellt sich dann häufig die Frage, ob ein Verpflanzen in ein Langzeitbewässerungssystem sinnvoll ist. Meist wird dabei zunächst an „Hydrokultur“ gedacht, also mit Blähton, Nährlösungsanstau und Wasserstandsanzeiger.
Grundsätzlich ist das Umstellen von vorhandenen Pflanzen in Erde auf Hydrokultur zwar möglich, aber nicht einfach, weil mit einem hohen Arbeitsaufwand und hohem Risiko verbunden.
Bei Erdpflanzen muss das Substrat durch Auswaschen möglichst vollständig entfernt werden. Bei älteren Pflanzen mit intensiv durchwurzeltem Topfvolumen ist das kaum möglich. Zumindest werden die Wurzeln mehr oder weniger stark beschädigt, wodurch Eintrittspforten für Krankheitserreger entstehen.
Außerdem stößt die Pflanze nach der Umstellung einen Teil des alten Wurzelsystems ab und bildet neue. Die dadurch entstehende große Menge an zersetzbarer organischer Substanz kann zu lang anhaltendem Sauerstoffmangel und dadurch bedingt zum Totalausfall der Pflanze führen.
Nicht selten verlieren die Pflanzen in dieser Phase einen Großteil ihrer Blätter. Aus diesem Grund werden in Hydrobetrieben nur Jungpflanzen auf Hydrokultur umgestellt, sowie große Deko-Pflanzen, die in Hydrokultur möglicherweise kurzfristig nicht erhältlich sind.
Nach dem Umstellen auf Hydrokultur benötigen die Pflanzen eine über mehrere Wochen andauernde Anpassungsphase in der auf Wasseranstau zunächst nach Möglichkeit verzichtet und für einen ausreichenden Verdunstungsschutz durch Abdecken mit Folie gesorgt werden muss. Trotz aller Bemühungen schaffen es häufig viele Pflanzen auch bei den Profis nicht."
Dr. Heinz-Dieter Molitor








