6. Orangeriepflanzen-Seminar in Großsedlitz vom 11.-13. Juni 2009
Seminar Bericht von Dr. Heinz-Dieter Molitor.
Das Orangerie Seminar findet alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr nahmen an der Veranstaltung 65 Teilnehmer teil, davon etwa 2/3 Mitglieder des Arbeitskreises Orangerien in Deutschland e.V. In diesem Verein sind die Orangerie Gärtner organisiert.
Das Tagungsprogramm war sehr interessant gestaltet. Insgesamt wurden 19 Vorträge geboten und zusätzlich eine Exkursion zum Barockgarten in Pillnitz.
Aufgabe der Orangerie Gärtner ist es vor allem Kübelpflanzen in den historischen Anlagen zu kultivieren. Außer Citrus handelt es sich dabei um eine Reihe weiterer Arten, sofern sie historisch in den Anlagen verbürgt sind.
Zentrales Problem sind dabei Chlorosen bei den Citrus Bäumen und die Komposition eines tauglichen Substrates. Daraus ergibt sich ein Spannungsfeld zwischen der modernen Pflanzenernährung und modernen Substraten und dem Bestreben, beides nach Möglichkeit aufgrund der historischen Überlieferung zu gestalten.
Dies zeigte auch die Diskussion nach meinem Vortrag zum Thema „Neues aus der Forschung zur Düngung von Citrus und Schlussfolgerungen für die Orangerie Gärtner“. Die Forderung nach einer optimierten Düngung mit P-reduzierten Nährlösungen und einer gezielten Düngung mit Kalzium wird überwiegend eingesehen und akzeptiert. In diesem Bereich wird viel selbst experimentiert.
Die gleiche Experimentierfreude herrscht auch bei der Zusammenstellung von Substraten. Als Beispiel wurde die Mischung des Orangerie Gärtners in Großsedlitz bei Dresden vorgeführt, die im wesentlichen auf 5-jährigem Kompost aus Blättern von Buche besteht. Zu dessen Herstellung wird ein großer Aufwand betrieben. Jährlich wird der Kompost umgesetzt und mit Landerde ergänzt. Hinzu kommen weitere Zuschlagstoffe, über deren Art und Menge auch nach der Vorführung Unklarheit bestand. Solche Mischungen erfordern ein sehr aufwändiges Umpflanzen der Kübel nach wenigen Jahren.
In meinem Vortrag habe ich dann den Vorteil mineralischer Granulate dargestellt. Für die meisten Teilnehmer war dies einsichtig. Von den Historikern wurde dies aber als problematisch angesehen. Nach der Veranstaltung wurde mir von einem Teilnehmer mitgeteilt, dass man bereits in dieser Weise tätig sei, das Ganze aber durch eine unverdächtige Deckschicht kaschiere. Ein von der Farbe her unkritisches Granulat dürfte nach meiner Einschätzung eher auf Akzeptanz stoßen.








