Zitruspflanzen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.
Getrübt wird die Freude an diesen schönen Gewächsen jedoch allzu häufig durch chlorotische oder gar nekrotische Blätter.
Für derartige Erscheinungen gibt es mehrere mögliche Gründe. Jüngste Untersuchungen an der Forschungsanstalt Geisenheim haben gleich in mehrfacher Hinsicht neue Erkenntnisse bei der Ernährung von Zitrus gebracht, die teilweise mit überkommenen falschen Vorstellungen aufräumen. Bei Beachtung dieser Ergebnisse sind zumindest von der Ernährungsseite her Chlorosen bei Zitrus kein Thema mehr.
Was ist zu beachten?
Zitrus haben einen sehr hohen Stickstoff-Bedarf.
Im Vergleich dazu wird nur sehr wenig Phosphor benötigt.
Ein zu hohes Phosphorangebot führt zur Festlegung von Eisen und Mangan in den Wurzeln und erhöht beträchtlich das Risiko von so genannten Eisenmangel-Chlorosen.
Der Bedarf an Kalzium (Ca) ist hoch. Die Empfehlung Zitrus mit Regenwasser oder salzarmem Wasser zu gießen ist demnach falsch. Dies gilt zumindest dann, wenn Flüssigdünger eingesetzt werden, die kein Ca und keine nennenswerten Mengen an Magnesium enthalten können.
Wie düngt man richtig?
Ein geeigneter Mehrnährstoffdünger muss N-betont sein und darf nur wenig Phosphor enthalten. Ein Verhältnis von N : P2O2 : K2O von 1 : 0,1 : 0,8 wird dem am besten gerecht. Ein typischer Salzdünger, der diesem Verhältnis etwa entspricht hat die Formulierung: 20+5+15+2 (N+P2O2+K2O+MgO). Weiterhin ist wichtig, dass ein Zitrusdünger alle erforderlichen Spurenelemente enthält, also Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. Ein Dünger in der angegebenen Formulierung wird mit jeweils 1 g/l Wasser dosiert und im Sommerhalbjahr 2 x wöchentlich, im Winterhalbjahr 1 x monatlich, verabreicht. Das Gießwasser muss in diesem Fall ausreichend Kalzium enthalten (mittelhart bis hart). Sofern das Gießwasser keine ausreichenden Ca-Gehalte enthält (sehr weich-weich) muss Kalzium in Form von Kalksalpeter gedüngt werden. Dies geschieht in Verbindung mit einem so genannten Basisdünger, z.B. „Ferty Basisdünger 6“: 6+14+37+3 (N+P2O2+K2O+MgO), der mit Ausnahme von Stickstoff alle anderen Nährstoffe in ausreichender Menge enthält. Beide Komponenten werden wie folgt dosiert:
0,5 g/l „Ferty Basisdünger 6“
+ 1,3 g/l Kalksalpeter (15,5 % N; 19 % Ca)
Beim Herstellen von 100-fach konzentrierten Stammlösungen beachten, dass „Ferty Basisdünger 6“ und Kalksalpeter grundsätzlich in getrennten Lösungen angesetzt werden müssen. Vor Gebrauch dann entsprechend in der Gießkanne verdünnen (jeweils 100 ml auf 10 Liter).
Dr. Heinz-Dieter Molitor
Weiterführende Literatur:
http://www.campus-geisenheim.de/Heinz-D ... 592.0.html
Bezugsquelle für „Ferty Basisdünger 6“ und Kalksalpeter:
Planta Düngemittel GmbH; Schwanenstraße 22; 93128 Regenstauf
http://www.plantafert.com
Tel. 09402-81 25
Fax 09402-6530
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